Ferienwohnung in Chefchaouen: oben im Blau oder unten, wo das Taxi hält

Chefchaouen ist eine Bergstadt am Hang, und daran hängt die ganze Entscheidung. Das Postkartenmotiv liegt oben, in der blauen Medina, in die kein Auto hineinfährt. Die Bequemlichkeit liegt unten, rund um die Avenue Hassan II, wo das Taxi vor der Haustür hält. Dazwischen liegen Treppen, und zwar deutlich mehr, als die Fotos vermuten lassen.
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Die blaue Medina: das Bild und die Treppen
Wer in der Medina wohnt, wacht in genau den Gassen auf, die alle fotografieren, und hat zwei Stunden Vorsprung. Zwischen neun und siebzehn Uhr ist der Platz Outa el-Hammam voll, und für das Bild einer blauen Tür stellt man sich praktisch an. Um sieben gehören die Gassen den Katzen, und es riecht nach frischem Brot.
Der Preis dafür ist körperlich. Die Straßen sind Treppen aus rundem Kopfsteinpflaster, das bei Regen rutschig wird wie Seife, und Autos kommen nur bis an die Stadttore: Bab el-Ain, Bab Souk, Bab Onsar. Danach bleiben fünf bis zehn Minuten bergauf mit dem Gepäck. Ein Rollkoffer rollt hier nicht, er wird getragen.
Wenn Sie abends ankommen, sagen Sie vorher Bescheid. Die Beleuchtung ist schwach, das GPS verliert zwischen drei Meter hohen Mauern die Orientierung, und eine Gasse sieht aus wie die nächste. Fragen Sie nach dem Tor und nach der Zahl der Stufen danach, und verabreden Sie sich beim ersten Mal direkt am Tor. An Bab el-Ain bringen Träger das Gepäck gegen Trinkgeld mit dem Karren hoch.

Die Unterstadt: das Auto hält vor der Tür
Rund um die Avenue Hassan II sind die Wohnungen größer, neuer und bei gleichem Komfort spürbar günstiger. Man parkt vor dem Haus, es gibt Supermärkte und rund um die Uhr Taxis, und bis in die Medina läuft man zehn Minuten: hin bergauf, zurück bergab. Mit vollen Einkaufstüten ist das ein Argument.
Verloren geht die Atmosphäre. Beton, Hupen, Cafés auf dem Gehweg, eine normale marokkanische Kleinstadt statt einer Postkarte. Die Straßen an den Hauptachsen und am Busbahnhof bleiben bis spät laut.
Es gibt eine dritte Möglichkeit, nach der kaum jemand fragt: die Häuser, die sich direkt unterhalb der Stadtmauer an den Hang klemmen. Das Auto kommt fast bis vor die Tür, der Rest ist ein kurzer Anstieg, und von der Dachterrasse sehen Sie die blauen Dächer und dahinter das Rif.
Was ein altes Haus kann, und was daran kaputtgeht
Die Häuser der Medina sind um einen Innenhof gebaut, mit dicken Mauern und fast ohne Fenster zur Gasse. Im Juli schlägt das jede schlecht montierte Klimaanlage: Sie kommen aus der heißen Gasse herein und stehen in einem Zug kühler Luft, für den niemand Strom bezahlt.
Im Januar arbeiten dieselben Mauern gegen Sie. Ohne Heizung ist es drinnen kälter als draußen in der Sonne auf der Terrasse, und nach drei Regentagen bleibt die Feuchtigkeit in den Zimmern. Holztüren quellen auf und schließen nicht mehr richtig, und das WLAN kommt durch vierzig Zentimeter Mauer kaum durch.
Das warme Wasser verdient eine eigene Frage. Häufig hängt es an einem Gas-Durchlauferhitzer in der Küche, der mit einer Flamme zündet und an einer Gasflasche hängt: Er funktioniert, wird aber kalt, sobald jemand anders einen Hahn aufdreht. Nichts davon ruiniert einen Urlaub, aber am ersten Abend will man es nicht herausfinden.
Wann Sie kommen sollten, und welcher Monat sich rächt
Frühjahr und Herbst sind die gute Zeit, darüber muss man nicht diskutieren: klare Tage, grüne Hügel, und die Wege nach Akchour und zur Gottesbrücke lassen sich gehen, ohne dass die Hitze aus dem Ausflug eine Prüfung macht. Im Spätsommer führen die Wasserfälle dagegen wenig Wasser, und die Landschaft sieht nicht mehr aus wie auf den Fotos.
Der Sommer hat einen echten Vorteil: Auf dieser Höhe atmet es sich deutlich besser als in Fès oder Marrakesch, und abends auf der Terrasse brauchen Sie einen Pullover. Das Problem heißt August, wenn halb Marokko unterwegs ist und der Platz bis tief in die Nacht belebt bleibt. Dann früh buchen und nicht direkt über Outa el-Hammam schlafen.
Der Winter ist eine Wette. Es kann vier Tage am Stück regnen, und Nebel löscht genau die Aussicht, wegen der Sie gekommen sind; dafür ist die Stadt leer und die Preise fallen deutlich. Eine Frage bleibt, und stellen Sie sie schriftlich: Wie wird geheizt? Viele alte Häuser haben schlicht nichts, und die Antwort „es gibt Decken“ heißt genau das.
Fragen, die Sie vor der Buchung stellen sollten
Anzeigenfotos lügen selten, aber sie sind fast alle im Sommer entstanden, mit Weitwinkel, von der Dachterrasse aus. Sie zeigen weder die Treppe noch die Kälte noch die Leitungen. Ein einminütiges Handyvideo klärt das, und ein seriöser Vermieter schickt es ohne Diskussion. Wer ausweicht, hat Ihnen damit schon geantwortet.
- Durch welches Tor man ankommt und wie viele Stufen danach folgen.
- Wie geheizt wird und wie viele Decken tatsächlich da sind.
- Wie das warme Wasser läuft: Gas, Strom, Flasche zum Wechseln.
- Ob die Dachterrasse Ihnen allein gehört oder den Nachbarn mit.
- Wie nah eine Moschee oder ein belebtes Café liegt, falls Sie leicht schlafen.
Eine Sache fällt vielen erst mit dem Koffer in der Hand auf: die kommunale Kurtaxe. Sie wird vor Ort bezahlt, ist im Onlinepreis so gut wie nie enthalten, und ihre Höhe hängt von der Gemeinde und der Einstufung der Unterkunft ab. Nehmen Sie außerdem den Reisepass mit: Der Vermieter muss ihn erfassen, um seine Gäste zu melden.
Wie lange bleiben, und woran der Preis hängt
Zwei Nächte reichen, um die Stadt ohne Hetze zu sehen: die Spanische Moschee am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach auf die blauen Dächer fällt, und ein ganzer Vormittag für die Gassen, die Kasbah und Ras el-Maa. Mit drei oder vier Nächten passen auch Akchour und der Weg zur Gottesbrücke hinein.
Beim Geld lohnt sich Denken in Größenordnungen statt in festen Zahlen. Nach oben treiben den Preis die Dachterrasse mit Aussicht, die Zahl der Schlafzimmer, ein langes Wochenende, die Eid-Feiertage und eine Buchung drei Tage vorher. Nach unten wirken ein Dienstag im Februar, eine ganze Woche statt zwei Nächten und die Angabe der Aufenthaltsdauer gleich in der ersten Nachricht.
Kommt man mit dem Auto bis zur Unterkunft?
In der Unterstadt ja, dort parken Sie vor dem Haus. In der Medina nicht: Autos halten an den Stadttoren, das Fahrzeug bleibt auf einem bewachten, kostenpflichtigen Parkplatz, und den Rest gehen Sie zu Fuß.
Wie viele Nächte sollte man einplanen?
Zwei Nächte decken die Medina, die Spanische Moschee zum Sonnenuntergang und Ras el-Maa in Ruhe ab. Für Akchour und die Gottesbrücke rechnen Sie drei bis vier Nächte, denn dieser Ausflug frisst einen ganzen Tag.
Ist das etwas für Menschen mit eingeschränkter Mobilität?
In der Medina kaum: Fast alles besteht aus engen, gepflasterten Treppen, und kein Fahrzeug fährt hinein. Die Unterstadt ist deutlich praktikabler; suchen Sie dort und prüfen Sie ausdrücklich, ob das Haus einen Aufzug hat.
Braucht die Wohnung unbedingt eine Heizung?
Von Oktober bis April ja, und fragen Sie ausdrücklich danach, weil viele Anzeigen das Thema auslassen. Ein altes Haus bleibt abends kalt, auch nach einem Tag voller Sonne, und Decken allein gleichen das nicht aus.
Welche Gegend meide ich bei leichtem Schlaf?
Im Sommer die Wohnungen direkt am Platz Outa el-Hammam, unten die Straßen am Busbahnhof. Ein Zimmer zum Innenhof statt zur Gasse macht bei gleicher Adresse den ganzen Unterschied.


